Simultanerfassung - Rechenschwäche

Wahrnehmungsfunktion im mathematischen Bereich und beim Lesen

Die Simultanerfassung ist eine spezielle Sehleistung, mit der man die Anzahl von kurz gesehenen Elementen angeben kann.

Eine Rechenschwäche (Dyskalkulie) zeigt sich durch besondere Schwierigkeiten beim Erlernen der Grundrechenarten trotz guter Intelligenz.
Pädagogen vermuten , dass der Zahlbegriff nur unvollständig entwickelt ist und daher schon einfache Additionen nur durch Hinzu-Zählen von Eins gelöst werden. Die weitergehende Vermutung, der Zahlbegriff beruhe auf der Fähigkeit der Simultanerfassung von kleinen Mengen, wurde nun durch einen Test unterstützt: es erfolgt eine Überprüfung der Sehleistung, indem auf einer Anzeige eine Zehntelsekunde lang, in zufälliger Reihenfolge, zwischen ein und neun Kreise geordnet bzw. ungeordnet gezeigt wwerden. Die Anzahl der Kreise wird durch Druck der entsprechenden Zifferntaste benannt.

Auch die Fähigkeit zur Simultanerfassung entwickelt sich über mehrere Jahre. Selbst im Alter von 15 Jahren haben noch nicht alle den Stand der Erwachsenen erreicht. Rechenschwache Kinder zeigen - auch schon im Alter von sieben Jahren - einen Rückstand. Die Untersuchung der Simultanerfassung wurde auch bei Legasthenikern durchgeführt und hat Auffälligkeiten in etwa 45 % der Fälle ergeben.